Feb
12
Modische Religionskritik
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Religionskritik ist gerade recht in Mode, vor allem da es diesmal mehrere Glaubensgemeinschaften gleichzeitig geschafft haben, diverse Fettnäpfchen und Gasduschen aufzusuchen. Gerade in unsicheren Zeiten ist dies ein positiver Umstand, da die Gefahr bestünde, dass sich die Menschen ín die vermeintlich sicheren und uneigenützigen Hände des Glaubens flüchten. Da es aber nicht nur in der Wirtschaft kriselt, sondern unter anderem auch in der katholsichen Kirche, besteht die Möglichkeit die Menschen mit der vollen Bandbreite an Systemkritik zu konfrontieren - allerdings wagt dies fast niemand.
Über meine angeblich einseitge Kritik am Katholizismus gab es schon ein paar Klagen, deswegen hier Klarstellung: Als (nicht nur in religiöser Hinsicht) dominante Religion stützt sie massgeblich die existierenden Umstände. Glauben war und ist seit der Sesshaftigkeit der Menschheit und die damit verbundene Möglichkeit der langfristigen Lagerung von Rohstoffen und somit Ausbildung von Berufssparten, die sich nicht mehr nur der Ernährung widmeten, der ideologische Unterbau der herrschen Ordnung. Die christliche Moral schreibt einem guten Leben die Attribute harte Arbeit und Verzicht zu, mit der Belohnung des schönen Lebens nach dem Tod. Diese Werte spiele im Kapitalismus eine große Rolle, denn in diesem Denken wird der volle Wert eines Menschen zuerst ausgenützt indem ihr/ihm große Versprechungen gemacht werden. Die Kosten und Konsequenzen werden einem gutgläubigen Narren (in diesem Fall dem Typen da oben) zugeschoben - Stichwort “Outsourcing” ins Paradies.
Einseitige Religionskritik wird seit ein paar Jahren auch von der Rechten benutzt, allerdings vor allem aus demagogischen Gründen. Hauptfeind ist in ihrer Welt natürlich der Islam - als kulturelles Symbol des migrantischen Imperialismus (oder so). Allerdings kommen immer mehr selbstdefinierte Linke auf den Geschmack der Islamkritik, der ab und an freiheitliche Ausmaße erlangt.
Freilich sollte Klerikalfaschismus in allen Glaubensgemeinschaften (Homophobie, Sexismus und Interloranz gegenüber andersgläubigen findet sich in allen sogenannten Weltreligionen, auch im oft als offen dargestellten Buddhismus) kritisiert werden, auch konkret auf einzelne Religionen bezogen. Es sollte jedoch der Einfluss sowie die Ausmaße der Ursache der Kritik abgewogen werden: Eine Jesus-Karikatur einer arabisch-nationalistischen Zeitung die in einem entsprechenden Land, welches mehrheitlich von Moslima und Moslems bewohnt wird, herausgegeben wird ist ebenso problematisch wie ein Cartoon in einem “christlichen Land”, welcher Mohammed oder Buddha verunglimpft.
Einseitige Religionskritik entspricht der Sinnvolligkeit des Glaubens selbst - sie könnte auch “negativer Glauben” genannt werden.
Zum weiterschmökern:







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