Okt
25
Die Unis bis zum Rohbau niederbrennen!
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Der größte Hörsaal Österreichs, das Audimax in der Hauptuniversität Wien, wird mittlerweile schon den vierten Tag lang besetzt. Der Bologna-Prozess und die Überlegungen von Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP) über die Wiedereinführung der Studiengebühren sowie die Verkommerzialisierung des Universitätsbetriebs sowie der Studien im Allgemeinen entwickelte innerhalb der Studierenden eine entsprechende Dynamik, die sich in Demonstrationen kanalisierte und zu Besetzungen in der Akademie der bildenenden Künste als auch des bereits erwähnten Audimax führte. Mittlerweile schwappen die Proteste auf ganz Österreich über.
Die Erfahrungslosigkeit bewirkte während der ersten zwei Tage vor allem in den Abenstunden ausschweifende Partystimmung im Audimax, und die unorganisierten politischen Debatten wurden wie so oft von politischen Sektierer_innen zerlöchert. Seit dem morgendlichen Samstag-Plenum prägen allerdings inhaltliche Debatten, Vorträge und Workshops den Besetzungsalltag. Die Organisationsstruktur besteht aus koordinierenden Gruppe und offenen thematischen und technischen Arbeitsgruppen, welche in Eigeninitiative gegründet worden sind und auch immer wieder gegründet werden. Der Informationsfluss im Internet läuft über alle verfügbaren Kanäle wie Facebook, Twitter (hashtag: #unibrennt), Livestream und Homepage. Infrastrukturell reicht die Versorgung mittlerweile von Erste-Hilfe-Stationen über eine Volxküche bis hin zu Putzkommandos um die Universität bewohnbar zu halten.
Wie die Geschichte oftmals gezeigt hat, sind die bestehenden bürokratischen Struktuteren, im betreffenden Fall zu benennen wäre die gesetzliche Studierendenvertretung ÖH, unfähig diesen Massenaufschrei ausreichendend zu unterstützen, ja gerade dazu beängstigt davor, da sie die dynamischen Prozesse von Massenkundgebung nicht im gewohnten Maße kontrollieren und kanalisieren können.
Die nächsten Schritte müssen also eine solidarische Vernetzung mit den Schüler_innen und den Lohnabhängigen im Allgemeinen sein, wenn das die bestehenden bürokratischen Strukturen fürchten, dann müssen sie zwangsläufig konfrontiert werden. Die Metall-Gewerkschaft solidarisierte sich mit den Studierenden-Protesten und stehen selbst mitten in Lohnverhandlungen, die Kindergärtner_innen kämpfen ebenfalls für bessere Arbeitsbedinungen und die Schüler_innen besuchen noch immer die selben Schulen gegen die sie in die letzten Jahre oftmals, lautstark und vielzählig protestiert udn gestreikt haben.
Wir alle sitzen nicht am selben Ast, aber im selben Baum. Selbst wenn die - aktuellen - Forderungen der Studierenden wie die generelle Abschaffung der Studiengebühren oder Demokratisierung der Unis und Stärkung der studentischen Mitbestimmung umgesetzt werden, wird Bildung noch immer eine Ware darstellen und die Universitäten werden sich auch weiterhin inhaltlich selbst reproduzieren. Dagegen kann nur in einer breiten gesellschaftlichen Front gekämpft werden, da die ökonmischen Verstrickungen und Umstände auch jene sind, gegen die die Schüler_innen und Lohnabhängigen kämpfen (sollten).







Zum Glück ist es ja jetzt vorbei, aber ob es wirklich was gebracht hat bezweifle ich. Aber immerhin hat die Öffentlichkeit was mitbekommen.
Kann ich nur zustimmen. Wer weiß wanns das nächste mal losgeht..