Datum: Montag, 9. November 2009

Zeit: 18:00 - 20:00

Ort: Treffpunkt: Kaiser-Josef-Platz (KJ) - Wels

Danach gehen wir bis zum Pollheimerpark. Dort findet eine Kundgebung anlässlich dem Gedenken der Reichsprogromnacht (In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen die Nationalsozialist_innen im gesamten „Großdeutschen Reich“ mit äußerster Brutalität gegen die wehrlose jüdische Minderheit vor: Von oben gesteuerte SS- und SA-Horden setzten Synagogen in Brand, zerstörten Wohnungen und Geschäfte, ermordeten Menschen oder verschleppten sie in Konzentrationslager. Diese „Reichspogromnacht“ bildete den Auftakt für den Holocaust, die systematische Vernichtung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden) statt. Es spricht unter anderem die Schauspielerin Christiane Hörbiger.

Der größte Hörsaal Österreichs, das Audimax in der Hauptuniversität Wien, wird mittlerweile schon den vierten Tag lang besetzt. Der Bologna-Prozess und die Überlegungen von Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP) über die Wiedereinführung der Studiengebühren sowie die Verkommerzialisierung des Universitätsbetriebs sowie der Studien im Allgemeinen entwickelte innerhalb der Studierenden eine entsprechende Dynamik, die sich in Demonstrationen kanalisierte und zu Besetzungen in der Akademie der bildenenden Künste als auch des bereits erwähnten Audimax führte. Mittlerweile schwappen die Proteste auf ganz Österreich über.

Die Erfahrungslosigkeit bewirkte während der ersten zwei Tage vor allem in den Abenstunden ausschweifende Partystimmung im Audimax, und die unorganisierten politischen Debatten wurden wie so oft von politischen Sektierer_innen zerlöchert. Seit dem morgendlichen Samstag-Plenum prägen allerdings inhaltliche Debatten, Vorträge und Workshops den Besetzungsalltag. Die Organisationsstruktur besteht aus koordinierenden Gruppe und offenen thematischen und technischen Arbeitsgruppen, welche in Eigeninitiative gegründet worden sind und auch immer wieder gegründet werden. Der Informationsfluss im Internet läuft über alle verfügbaren Kanäle wie Facebook, Twitter (hashtag: #unibrennt), Livestream und Homepage. Infrastrukturell reicht die Versorgung mittlerweile von Erste-Hilfe-Stationen über eine Volxküche bis hin zu Putzkommandos um die Universität bewohnbar zu halten.

Wie die Geschichte oftmals gezeigt hat, sind die bestehenden bürokratischen Struktuteren, im betreffenden Fall zu benennen wäre die gesetzliche Studierendenvertretung ÖH, unfähig diesen Massenaufschrei ausreichendend zu unterstützen, ja gerade dazu beängstigt davor, da sie die dynamischen Prozesse von Massenkundgebung nicht im gewohnten Maße kontrollieren und kanalisieren können.

Die nächsten Schritte müssen also eine solidarische Vernetzung mit den Schüler_innen und den Lohnabhängigen im Allgemeinen sein, wenn das die bestehenden bürokratischen Strukturen fürchten, dann müssen sie zwangsläufig konfrontiert werden. Die Metall-Gewerkschaft solidarisierte sich mit den Studierenden-Protesten und stehen selbst mitten in Lohnverhandlungen, die Kindergärtner_innen kämpfen ebenfalls für bessere Arbeitsbedinungen und die Schüler_innen besuchen noch immer die selben Schulen gegen die sie in die letzten Jahre oftmals, lautstark und vielzählig protestiert udn gestreikt haben.

Wir alle sitzen nicht am selben Ast, aber im selben Baum. Selbst wenn die - aktuellen - Forderungen der Studierenden wie die generelle Abschaffung der Studiengebühren oder Demokratisierung der Unis und Stärkung der studentischen Mitbestimmung umgesetzt werden, wird Bildung noch immer eine Ware darstellen und die Universitäten werden sich auch weiterhin inhaltlich selbst reproduzieren. Dagegen kann nur in einer breiten gesellschaftlichen Front gekämpft werden, da die ökonmischen Verstrickungen und Umstände auch jene sind, gegen die die Schüler_innen und Lohnabhängigen kämpfen (sollten).

wehret_den_anfaengen

Diesen Samstag (10.10.2009) findet eine Demonstration gegen einen (möglichen) FP-BürgerInnenmeister für die siebtgrößte Österreichische Stadt und für ein weltoffenes Wels statt, bei deren Organisation ich auch mitgemsich habe.

Hier sei nur einmal der Treffpunkt erwähnt, sowie die Solidaritätskonzerte der Bands Volume Knob, Trio Caorle, Da Staummtisch, Gustav (!), Krautschädl und Attwenger (!!) - bei freiem Eintritt natürlich:

Samstag, 10.10.2009, 12 Uhr, Welser Hauptbahnhof Vorplatz (Busbahnhof) - danach Demonstrationszug zum Welser Rathaus

Alle weiteren Informationen finden sich hier: www.wieser.verhindern.at.tt

Die Facebookgruppe steht übrigens bei an die 1500 UnterstützerInnen, die Facebookveranstaltung sei hier aber auch erwähnt.

Wir durften uns schon über Medienberichte von Liferadio, OÖN, Rundschau, WT1 und Tipps freuen, außerdem über ein Inserat welches die FP bezahlte (sie beschwerten sich in den OÖN eigentlich über die Demonstration, allerdings erwähnten sie neben der genauen Homepageadresse auch den richtigen Treffpunkt!).

Wels darf kein blaues Wunder erleiden!

Update:

Der FP-Kandidat Wieser unterstützte die rechtsextreme Nationale Volks Partei (NVP) bei ihrem Versuch zu den Landtagswahlen 2009 in OÖ zu kandidieren. Die Partei fiel unter anderem dadurch auf, dass sie einen guten Teil ihres Programmes von der SS abgekupfert hat, wie der heutige (8.10.2009) “Kurier” berichtet.


Die unterstützenden Organisationen in alphabetischer Reihenfolge wären übrigens diese:

Alevitischer Kulturverein Wels

Alter Schl8hof Wels

AKS – Aktion Kritischer SchülerInnen Wels

DIDF – Föderation der demokratischen Arbeitervereine & DIDF-Jugend

Galerie der Stadt Wels

Gewerkschaftsjugend Oberösterreich

Die Grünen Wels & Thalheim

Grüne Jugend Wels & Grünalternative Jugend

ILW – Infoladen Wels

JG – Junge Generation Wels

Jugendzentrum d22

Kulturverein Waschaecht Wels

KPÖ Oberösterreich & Kommunistische Jugend OÖ

MKH – Medien Kultur Haus Wels

muwe – musikwerkstatt wels

Programmkino Wels

REIZEND! Verein zur Vermittlung von soziokulturellen Medienprojekten

SJ – Sozialistische Jugend Wels, SJ OÖ, SJ Römberberg&Steg/Linz

Soundtheatre Wels

Welser Initiative gegen Faschismus

YOUKI – Media Space

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Nächste